Family Offices in den VAE: Warum privates Kapital 2026 weiter Dubai wählt
Die Zahl der Family Offices in Dubai stieg von rund 600 im Jahr 2023 auf etwa 1 000 bis Mitte 2025; allein über das DIFC verwalteten sie bis Mitte 2026 Vermögen von 1,2 Billionen USD. Wer zieht um und was heißt das für die Nachfrage nach Prime-Wohnraum.
Schon 2023 prognostizierte KPMG, dass Unternehmen, Family Offices und sehr vermögende Privatpersonen bis 2026 rund 500 Mrd. USD an Vermögen in die VAE verlagern und das BIP damit um etwa 6,7 % steigern würden. Drei Jahre später wirkt die Prognose zurückhaltend: Allein das DIFC meldet, dass dort registrierte Family Offices bis Mitte 2026 Vermögen von 1,2 Billionen USD verwalteten.
Wie viele, und woher
Laut Financial Times stieg die Zahl der Family Offices in Dubai von rund 600 im Jahr 2023 auf etwa 1 000 bis Mitte 2025, wobei ein Großteil des neuen Wachstums auf chinesische Familien entfiel, die früher Singapur gewählt hätten. Ein paralleler britischer Exodus ist gut dokumentiert: Schätzungsweise 16 500 Millionäre könnten das Vereinigte Königreich 2025 verlassen haben, ein Teil von ihnen landete in den VAE. Öffentlich bekannte Beispiele sind Lakshmi Mittal (ArcelorMittal, Vermögen rund 20 Mrd. USD), der wegen der Erbschaftsteuer aus Großbritannien wegzog und ein Haus in Dubai sowie Land auf Naïa Island kaufte; Revolut-Gründer Nikolay Storonsky zog früher um.
Der Wealth-Migration-Bericht von Henley & Partners bezifferte den Netto-Zuzug in die VAE 2025 auf 9 800 Millionäre mit einem investierbaren Gesamtvermögen von rund 63 Mrd. USD – der höchste Wert aller Länder, mehr als 2 000 vor den USA auf Platz zwei. Zum Maßstab: Die weltweite Prognose für 2025 lautete 142 000 umziehende Millionäre, wobei das Vereinigte Königreich etwa 16 500 und China etwa 7 800 verlieren sollte.
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Wohin das Geld der Family Offices tatsächlich fließt
Eine Umfrage von Knight Frank unter 150 Family Offices weltweit (im Schnitt 560 Mio. USD verwaltetes Vermögen, zusammen über 84 Mrd. USD) ergab, dass Immobilien durchgehend zu den drei wichtigsten Anlageklassen zählen und fast die Hälfte ihren Anteil binnen 18 Monaten erhöhen wollte. Strategiemix: opportunistische Deals 32 %, Value-add (kaufen, sanieren, verkaufen) 30 %, konservatives Core 16 %. Der typische Anlagehorizont liegt bei 3–9 Jahren mit einer Zielrendite von 13,8 % pro Jahr; Vorrang haben Wohnen, Logistik, Prime-Wohnimmobilien und Hotellerie.
Ein aufschlussreiches Detail: US-amerikanische und australische Family Offices halten 86–93 % ihres Kapitals im Heimatland, während Schweizer, singapurische und Hongkonger Offices weit stärker streuen – und gerade diese Gruppe eröffnet am häufigsten eine zweite oder dritte Basis im DIFC oder ADGM.
Was das für den Wohnungsmarkt bedeutet
Der Umzug eines Family Office ist nie nur ein einzelner Wohnungskauf. In der Regel kommt ein fester Mitarbeiterstab hinzu, der Büroflächen in einem Finanzzentrum und repräsentativen Wohnraum für den Inhaber und das Team braucht. Das bedeutet Nachfrage in zwei Segmenten zugleich: Prime-Villen und -Apartments zum Wohnen sowie Gewerbefläche nahe dem DIFC, wo in den VAE ein eigenes, auf englischem Common Law beruhendes Rechtssystem gilt – ein Faktor, der für Familienkapital oft schwerer wiegt als der nominale Steuersatz.
Solche Zuflüsse laufen meist parallel zu einer steigenden Nachfrage nach Golden Visas, da langfristiger Aufenthalt zur Voraussetzung für die Verlagerung einer operativen Struktur geworden ist und nicht bloß ein Nebeneffekt. Wie das Golden Visa tatsächlich funktioniert, steht in how the golden visa actually works.
Zum rechtlichen Rahmen, in dem die meisten Family Offices und Fonds arbeiten, siehe unseren Leitfaden zum DIFC.