Der Automarkt der VAE: Warum die halbe Region ihre Autos hier kauft
5 % Einfuhrzoll plus 5 % Mehrwertsteuer ohne Ausnahmen machten die Emirate zu einem der größten Automobildrehkreuze der Welt. Ein Blick auf die vier Ebenen des Marktes: offizielle Händler, Gebrauchtwagenhäuser, staatliche Auktionen und Teilehöfe.
Dubai ist nicht bloß ein Ort mit vielen teuren Autos. Es ist eines der größten Automobildrehkreuze der Welt, und dafür gibt es einen ganz einfachen wirtschaftlichen Grund.
Alles beginnt bei den Steuern
Das Schema ist denkbar einfach: 5 % Einfuhrzoll plus 5 % Mehrwertsteuer auf alle Waren, ohne branchenspezifische Ausnahmen oder Sonderregime. Deshalb werden von hier aus Autos nach Oman, in den gesamten Golfraum und weit darüber hinaus gehandelt: Die Marge ist da, und die Mengen sind enorm.
Vergleicht man das mit Rechtsordnungen, in denen die Einfuhr eines Autos gestaffelt nach Hubraum, Alter und Emissionsklasse besteuert wird, wird klar, warum sich die Logistik so angesiedelt hat.
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Vier Ebenen des Marktes
- Neuwagen über offizielle Händler. Ein konzentrierter Markt: Der Markenvertrieb war historisch auf wenige große Gruppen aufgeteilt. Chinesische Hersteller steigen seit einigen Jahren direkt ein und verändern dieses Bild allmählich.
- Gebrauchtwagenhäuser. Jemand fährt ein Auto und gibt es in Zahlung; das Autohaus kauft es direkt oder nimmt es in Kommission. Die Preise sind deutlich niedriger, und praktisch jede Marke ist vertreten.
- Staatliche Auktionen. Zwangsverwertungen, an Flughäfen zurückgelassene Autos, beschlagnahmte Fahrzeuge – alles geht in die Versteigerung. Der Zutritt erfolgt per Bieterkarte, die Gebotsschritte betragen je nach Wert des Loses 500 bis 1 000 AED.
- Teilehöfe. Eine eigene Branche, in der Komponenten, die beim Händler ein Vermögen kosten, für einen Bruchteil des Preises im Regal liegen.
Was das mit Immobilien zu tun hat
Zwei Zusammenhänge, beide praktisch.
Erstens: die Kosten des Eigentums. Dubai bleibt trotz Metro und des Programms Dubai Walk eine Autostadt. In den meisten Vierteln ist ein Auto kein Luxus, sondern Voraussetzung für den normalen Alltag, und seine Kosten gehören neben der Miete in das Umzugsbudget. Es ist hier deutlich günstiger als in Europa, was man bei der Kalkulation eines Umzugs wissen sollte.
Zweitens: der Stellplatz als Teil des Immobilienwerts. Da fast jeder ein Auto hat, ist ein Stellplatz in einer Wohnanlage keine Option mehr. Eine Wohnung mit einem Stellplatz für einen Zwei-Auto-Haushalt schafft ein tägliches Problem, und in älteren Gebäuden zentraler Viertel fehlen oft Plätze. Das ist ein Parameter, den man persönlich vor Ort prüft, nicht in der Anzeigenbeschreibung.
Auf Grundlage von Zoll- und Steuerdaten der VAE und der Struktur ihres Automobilmarkts.