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Dubai Opera und die schwimmende Oper in Dubai South: Kultur als Infrastruktur eines Stadtviertels

Bei einem Kulturbau in der Nachbarschaft neigt man zu zwei Extremen: Er treibe die Preise automatisch nach oben – oder er bedeute gar nichts. Beides trifft nicht zu.

Dubai Opera und die schwimmende Oper in Dubai South: Kultur als Infrastruktur eines Stadtviertels
Grafik in englischer Sprache.

Dubai Opera wurde am 31. August 2016 mit einem Auftritt von Plácido Domingo eröffnet. Das Gebäude entwarf das Büro Atkins unter der Leitung des dänischen Architekten Janus Rostock. Der Saal fasst 2 000 Plätze, die Gebäudefläche beträgt rund 650 000 Quadratfuß, und das Konzept ist multifunktional: Oper, Ballett, Sinfoniekonzerte, Theater, Konferenzen und Ausstellungen unter einem Dach.

Form und Zweck

Die Silhouette des Gebäudes folgt einer Dau, dem traditionellen arabischen Segelschiff. Das ist keine reine Dekoration: Die Oper steht etwa zweihundert Meter vom Burj Khalifa entfernt, und der Architekt musste etwas entwerfen, das neben dem höchsten Gebäude der Welt nicht untergeht. Eine horizontal gestreckte Form mit einem abfallenden „Heck“ löst diese Aufgabe durch Kontrast statt durch Größe.

Ein Saal mit 2 000 Plätzen ist etwas größer als das Bolschoi oder die Opéra Garnier. Eine umbaubare Bühne erlaubt es, den Saal je nach Veranstaltung neu zu konfigurieren. Für eine Stadt ohne gewachsenes Opernpublikum ist das wichtiger als perfekte Akustik: Das Haus muss sich das ganze Jahr über tragen, nicht nur in der Opernsaison.

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Die zweite Oper auf dem Wasser in Dubai South

Im Projekt Azizi Venice in Dubai South, neben dem neuen Flughafen Al Maktoum, entsteht ein zweites Opernhaus. Geplant ist eine schwimmende Bühne auf einer künstlichen Lagune mit Crystal-Lagoons-Technologie sowie ein Springbrunnen, der mit der Musik synchronisiert ist. Die genannte Kapazität schwankt je nach Bericht zwischen 1 500 und 2 000 Plätzen; ein genauer Eröffnungstermin wurde nicht bekannt gegeben, die Rede ist von den kommenden Jahren.

Die Standortlogik ist klar: Dubai South ist ein Viertel, das um den künftigen Hauptflughafen wächst und Ankerpunkte braucht, die es noch nicht hat. Eine Oper ist der Versuch, dem Viertel einen Grund zu geben, dass man dorthin fährt, und nicht nur eine Adresse zum Wohnen.

Wie wirkt sich ein Kulturbau auf Immobilienpreise aus?

Hier fällt man leicht in zwei Extreme. Das erste: Eine Oper in der Nähe treibe die Preise automatisch nach oben. Das zweite: Sie bedeute nichts. Beides ist falsch.

  • Was wirkt. Ein Kulturbau erhöht die Passantenfrequenz am Abend und macht ein Viertel nach sechs Uhr nutzbar. Das wirkt direkt auf Einzelhandel und Gastronomie in der Nähe und über sie auf die Attraktivität des Wohnens. Die Oper in Downtown gehört zum selben Gesamtkonzept wie die Dubai Mall und die Promenade: Das Viertel erhält eine Nutzung rund um die Uhr.
  • Was langsam wirkt. Der Ruf einer Adresse. Er bildet sich über Jahre und zeigt sich im Eröffnungsjahr nicht im Preis pro Quadratfuß.
  • Was nicht wirkt. Die Rechnung „Nebenan wird ein Kulturbau errichtet, also kaufe ich jetzt und verkaufe in zwei Jahren teurer“. Der Effekt eines solchen Hauses verteilt sich auf das ganze Viertel und zieht sich über die Zeit; im Preis einer einzelnen Wohnung geht er im allgemeinen Zyklus unter.

Die praktische Schlussfolgerung für Käufer

Eine Oper, ein Museum oder eine Konzerthalle ist ein Argument für ein Viertel als Wohnort und als Ort, an dem die Nachfrage nach Langzeitmiete bestehen bleibt. Es ist kein Argument für einen spekulativen Kauf. Der Unterschied zwischen diesen beiden Aussagen ist die wichtigste Linie, entlang der man jede Meldung über eine „neue Attraktion“ filtern sollte.

Und noch ein Wort zu neuen Vierteln: Ein im Masterplan angekündigter Kulturbau und ein in Betrieb befindlicher Kulturbau sind zwei verschiedene Dinge. Zwischen Ankündigung und erster Vorstellung vergehen Jahre, und ein Kauf „für die künftige Oper“ ergibt nur Sinn, wenn das Viertel auch ohne sie interessant ist.

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