Hatta: Dubais Wette von 1,8 Mrd. USD auf den Bergtourismus
Hatta ist der Teil Dubais, der nicht an der Küste liegt: eine von Bergen umschlossene Exklave im Landesinneren mit rund 14 000 Einwohnern. Dort soll ein Plan über 1,8 Mrd. USD aus einem ruhigen Bergort eines der eigens ausgerichteten Tourismusziele des Emirats machen.
Wo liegt Hatta?
Die meisten Menschen stellen sich Dubai als Küstenstadt vor. Entsprechend überraschend ist der erste Blick auf die Karte: ein kleiner roter Fleck weit im Landesinneren, umgeben vom Hadschar-Gebirge und vom übrigen Gebiet des Emirats getrennt.
Rechtlich und administrativ gehört Hatta dennoch zu Dubai, geografisch liegt es lediglich abseits.
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Mit nur rund 14 000 Einwohnern ist Hatta nach Dubaier Maßstäben winzig – ein Rundungsfehler neben den etwa 3,2 Millionen Einwohnern des Emirats.
Bedeutung erhält der Ort trotz der kleinen Bevölkerung durch seine Verbindung zur Herrscherfamilie: Die Familie des Scheichs stammt ursprünglich aus Hatta, was dem Ort eine symbolische Wichtigkeit verleiht, die weit über seine Größe und seine heutige Wirtschaftsleistung hinausgeht.
Wer die Karte Dubais genau betrachtet, entdeckt ein Detail, das die meisten übersehen: ein kleines Stück des Emirats, weit im Landesinneren und von Bergen statt von Küste umgeben.
Wofür sind die 1,8 Mrd. USD gedacht?
Das Entwicklungskonzept für Hatta ist ganz auf Bergtourismus ausgerichtet – ein wirklich anderes Angebot als alles, was Dubais Portfolio sonst bietet, das fast ausschließlich auf Wüste, Küste und urbane Skyline setzt. Für die Umsetzung dieses Konzepts sind 1,8 Mrd. USD vorgesehen.
Für einen Ort mit 14 000 Einwohnern ist das eine erhebliche Zusage. Sie zeigt, dass Hatta als strategische Erweiterung von Dubais touristischem Profil behandelt wird und nicht als bloße regionale Aufwertung.
Das Ziel ist klar: Besucher – sowohl Bewohner der VAE als auch internationale Touristen – sollen eine Berg- und Naturalternative erhalten, für die sie das Emirat nicht verlassen müssen.
Was gibt es in Hatta heute schon?
Erstaunlich viel touristische Infrastruktur ist bereits vorhanden.
Über dem Ort thront ein Schriftzug im Hollywood-Stil, es gibt ein altes Heritage-Dorf mit traditioneller Architektur und einen historischen Turm, der direkt mit dem Geburtsort der Familie des Scheichs verbunden ist. So verfügt die Gegend über eine echte, nicht inszenierte historische Erzählung statt über eine rein künstlich geschaffene.
Neben den Kulturstätten gibt es in Hatta eine funktionierende Honigfarm und einen Staudamm; beide dienen neben ihrer praktischen Funktion auch als Besucherattraktionen. Auf der Fahrt nach Hatta verändert sich die Landschaft spürbar: Felder mit Weizen und anderen Kulturen tauchen auf – eine Folge des Klimas, das sich deutlich von den Wüstenbedingungen im übrigen Dubai unterscheidet.
Kann man Hatta schon jetzt besuchen?
Hatta ist kein reines Zukunftsprojekt, das auf den Baubeginn wartet – schon heute gibt es dort aktiven Tourismus.
Wanderwege durch die Berge, Kajakfahren auf dem Stausee, Reiten und Mountainbike-Strecken stehen bereits zur Verfügung. Die Investition von 1,8 Mrd. USD baut also auf einer bestehenden, funktionierenden touristischen Basis auf und beginnt nicht bei null.
Diese Unterscheidung ist wichtig für die Einschätzung der Realisierbarkeit. Kapital in ein Gebiet mit nachgewiesener Besuchernachfrage und vorhandener Aktivitätsinfrastruktur zu lenken, ist grundsätzlich weniger riskant als der Aufbau eines völlig neuen Ziels ohne Erfolgsbilanz – und Hatta gehört eindeutig zur ersten Kategorie.
Der Staudamm mit seinem Stausee verleiht Hatta zudem eine visuelle Identität, die in den VAE wirklich selten ist: stilles Wasser, umgeben von Bergen – eine Landschaft, die die meisten Besucher mit dem Land gar nicht verbinden. Genau dieser Kontrast zum Wüsten-und-Skyline-Bild des übrigen Dubai ist es, den die Tourismusstrategie aufgreifen und wirtschaftlich nutzen will.
Was bedeutet das für Hotel- und Hospitality-Investoren?
Hattas kleine ständige Bevölkerung und der Fokus auf Bergtourismus stellen den Ort in eine andere Anlagekategorie als den Großteil von Dubais Wohnimmobilien- und Off-plan-Markt: Es ist eher ein Hospitality- und Freizeitinvestment als eine klassische Buy-to-let-Gelegenheit in einem Apartmentturm.
Hotel-, Resort- und Ökotourismus-Entwicklungen sind hier die naheliegenderen Einstiegspunkte für Kapital.
Für Investoren, die gezielt über Dubais dominierende Apartment- und Villentypen hinaus diversifizieren möchten, lohnt es sich, einen staatlich getragenen Tourismusschub von 1,8 Mrd. USD in einen wirklich eigenständigen Standort wie Hatta zu beobachten – insbesondere, während die umliegende Hospitality- und Freizeitinfrastruktur rund um die bestehende Heritage- und Outdoor-Basis weiter wächst.
Hatta sollte zudem eher als Geschichte mit längerem Horizont denn als schnelle Gelegenheit betrachtet werden. Berg- und Ökotourismus-Ziele bauen ihren Ruf nur allmählich auf, durch Mundpropaganda und wiederkehrende Besuche – nicht durch den rasanten, marketinggetriebenen Nachfrageschub, der auf den Start eines neuen Turms im Zentrum Dubais folgen kann.
Die Zusage von 1,8 Mrd. USD ist ein starkes Signal der Absicht, doch der Ertrag dürfte sich eher über Jahre als über Monate entfalten.
Berg- und Wüstentourismus dieser Art zieht in der Regel ein anderes Publikum an als Dubais Strand- und Stadtattraktionen – häufig Tagesausflügler und Wochenendreisende aus den VAE und den benachbarten Golfstaaten, die kühlere Luft und Tapetenwechsel suchen, und weniger internationale Langstreckentouristen.
Häufige Fragen
Ist Hatta mit dem übrigen Dubai verbunden?
Nicht geografisch – Hatta ist eine Bergexklave, die administrativ zum Emirat Dubai gehört, aber im Landesinneren liegt und vom Küstenteil der Stadt getrennt ist.
Wie viele Menschen leben in Hatta?
Nur rund 14 000 Einwohner – trotz der Tourismusinvestition von 1,8 Mrd. USD, die in das Gebiet fließen soll.
Welche Art von Tourismus gibt es in Hatta schon?
Wandern, Kajakfahren, Reiten und Mountainbiken sind dort bereits möglich, dazu kommen ein Heritage-Dorf, ein historischer Turm, eine Honigfarm und ein Staudamm.