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Steve Maddens Start aus dem Kofferraum und sein Belfort-Kapitel

Steve Madden begann damit, selbst entworfene Schuhe aus dem Kofferraum seines Autos zu verkaufen. 1993 lernte der Gründer Jordan Belfort kennen und erhielt ein Underwriting – eine Aktienemission am Wertpapiermarkt. Seitdem ist das Unternehmen auf einen Umsatz von rund 2 Milliarden Dollar gewachsen.

Das Video ist auf Englisch.

Wo hat Steve Madden tatsächlich angefangen?

Steve Maddens Ausgangspunkt war so unspektakulär, wie eine Gründungsgeschichte nur sein kann: Er verkaufte selbst entworfene Schuhe buchstäblich aus dem Kofferraum seines eigenen Autos.

So direkt und ohne jede Infrastruktur verkaufen zu müssen, bleibt den meisten erfolgreichen Konsumentenmarken erspart. Es erinnert daran, dass ein eigenständiges Produktkonzept ein Unternehmen überraschend weit tragen kann, selbst ohne einen formalen Vertriebskanal.

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Die Designs waren originell genug, um aufzufallen, was in dieser Phase enorm wichtig war: Ohne Markenbekanntheit und ohne Platzierung im Einzelhandel musste das Produkt aus eigener Kraft überzeugen, um Kunden aus dem Kofferraum zu Wiederkäufern und schließlich zu Fürsprechern per Mundpropaganda zu machen.

Was geschah beim Treffen mit Belfort 1993?

Der Wendepunkt kam 1993, als Madden Jordan Belfort traf und ein sogenanntes Underwriting erhielt – im Kern eine Aktienemission am Wertpapiermarkt, die dem Unternehmen Kapital verschaffte, indem Anteile an Investoren verkauft wurden.

Im Immobilienbild ist der gezogene Vergleich durchaus hilfreich: Es ähnelt einer Agentur, die ein Alleinvertriebsmandat für ein Gebäude übernimmt und den Verkauf abwickelt. Belforts Firma übernahm die Aufgabe, Käufer für Aktien von Maddens Unternehmen zu finden – gegen eine entsprechende Vergütung.

Diese Verbindung zu Belforts Welt ist angesichts seiner späteren juristischen Probleme wegen Wertpapierbetrugs freilich bemerkenswert. Das Underwriting selbst war aber, wie beschrieben, der übliche Mechanismus, über den ein kleines Unternehmen Zugang zum öffentlichen Kapitalmarkt erhält, um seine nächste Wachstumsphase zu finanzieren.

Wie wurden daraus 2 Milliarden Dollar?

Was auch immer man von der Quelle des frühen Kapitalzugangs hält: Für Steve Madden als Unternehmen war das Ergebnis beträchtlich. Heute gilt es als wirklich erfolgreiches Unternehmen mit einem Umsatz von rund 2 Milliarden Dollar.

Das ist ein gewaltiger Sprung gegenüber einem Gründer, der etwa drei Jahrzehnte zuvor Schuhe aus einem Autokofferraum verkaufte.

Die Spanne zwischen Kofferraumverkauf und 2 Milliarden Dollar Umsatz zeigt, wie sehr die spätere Größe eines Unternehmens an einem einzigen entscheidenden Zugang zu Kapital hängen kann – selbst wenn Produkt und Können des Gründers von Anfang an stark waren.

Ein Underwriting funktioniert in etwa so, wie es in dieser Geschichte abläuft: Eine Investmentbank oder ein Broker verpflichtet sich, Käufer für eine neue Aktienemission zu finden, gegen eine Gebühr oder eine Beteiligung. In der klassischen Struktur sichert er praktisch die Kapitalaufnahme zu, selbst wenn er nicht platzierte Aktien selbst übernehmen muss.

Das ist der allgemeine Mechanismus hinter den meisten öffentlichen Aktienangeboten, gleich welches Haus sie abwickelt. Genau diesen Zugang kann eine wachsende Konsumentenmarke oft nicht allein schaffen, so stark das Produkt im Regal oder, bei Madden, im Kofferraum auch wirken mag.

Entscheidet das Produkt oder der Verkäufer?

Die Lehre aus dieser Geschichte ist bewusst ausgewogen: Ein gutes Produkt lässt sich tatsächlich verkaufen, doch wie weit es kommt, hängt weiterhin stark vom Verkäufer ab und davon, was und wie er verkauft.

Maddens ursprüngliche Schuhdesigns hatten offenkundig eigenen Reiz – sie waren auch ohne Infrastruktur im Rücken erfolgreich. Der Sprung zu einem Multimilliarden-Unternehmen erforderte aber jemanden mit Zugang zu ernsthaften Kapitalmärkten und der Bereitschaft, diesen Zugang zu nutzen.

Es ist eine zweiteilige Lehre, die in jeder Branche, auch im Immobilienbereich, beherzigenswert ist: Das Produkt zu unterschätzen, weil der Verkäufer charismatisch ist, wäre ein Fehler. Ebenso falsch ist die Annahme, ein starkes Produkt skaliere automatisch ohne das passende Kapital oder den passenden Vertriebszugang.

Warum diese Geschichte über die Modebranche hinaus Gewicht hat

Ich verweise gern auf diese Geschichte, wenn ich mit Kunden spreche, die selbst Unternehmer oder Investoren sind und überlegen, wie sie ein Geschäft skalieren: Sie zeigt ein häufiges Muster – ein starkes, originelles Produkt stößt an eine Decke, die nur eine bestimmte Kapitalbeziehung durchbrechen kann.

Die Immobilienentwicklung folgt einer ähnlichen Logik: Auch ein gut konzipiertes Projekt kann ohne den richtigen Finanzierungspartner ins Stocken geraten.

Zudem zeigt es, dass der Zugang zum Kapitalmarkt – ob über ein Underwriting, eine Bankbeziehung oder einen Eigenkapitalpartner – oft der eigentliche Engpass zwischen einem guten Produkt und einem wirklich großen Unternehmen ist, mehr noch als die Produktqualität allein.

Es zeigt auch, wie anders der Kapitalmarktzugang in der Zeit vor Crowdfunding und einfacher Online-Kapitalbeschaffung organisiert war.

Heute hat ein Gründer mit originellem Produkt und ersten Erfolgen deutlich mehr Wege, Wachstumskapital aufzunehmen, als Anfang der 1990er-Jahre, als die Beziehung zu einem bestimmten Wertpapierhaus und dessen Underwriting-Kapazität darüber entscheiden konnte, ob ein vielversprechendes kleines Unternehmen jemals landesweite Größe erreichte.

Häufige Fragen

Wie hat Steve Madden sein Schuhgeschäft begonnen?

Er verkaufte selbst entworfene Schuhe direkt aus dem Kofferraum seines Autos, noch bevor er irgendeine formale Einzelhandels- oder Vertriebsstruktur aufgebaut hatte.

Welche Rolle spielte Jordan Belfort für Steve Maddens Wachstum?

1993 sicherte Belforts Firma dem Unternehmen ein Underwriting – eine Aktienemission am Wertpapiermarkt, die Kapital einbrachte. Vergleichbar ist das mit einer Agentur, die ein Alleinvertriebsmandat für ein Gebäude übernimmt und es verkauft.

Wie groß ist Steve Madden heute als Unternehmen?

Es gilt als wirklich erfolgreiches Unternehmen mit einem Umsatz von rund 2 Milliarden Dollar.

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